[Live Review] Backyard Babies, Berlin, Postbahnhof

Der erste Live-Auftritt von Backyard Babies nach dem erscheinen des aktuellen Albums „People Like People Like People Like Us“. Nachdem die Scheibe diverse Male durch den Player rotiert ist, kam sie nach Startschwierigkeiten auch bei mir an. Jetzt live. Nach dem letzten Besuch der Babies in Leipzig zur „Making Enemies…“-Tour waren die Erwartung hoch gesteckt.

Die beiden Support-Acts „Supagroup“ und „Trashlight Vision“ fielen meiner Unkenntnis respektive der schlechten Beschilderung zum Postbahnhof zum Opfer. Erst gegen 21:30 Uhr konnte ich mich im Fritzclub einfinden. Nachdem ich den Vorraum betreten hatte und eigentlich ein Gedränge erwartet hatte, mußte ich ernüchternd feststellen, daß ziemlich Wenige dem Ruf des Schweden-Quartetts gefolgt waren. Typisch: Merchandise bis zum Abwinken, T-Shirt EUR 20,-, Hoodie EUR 60,-. Inzwischen normale Preise, leider. Erstmal ein Pils zum Aufwärmen.

Als Intro wurde irgendsoein Cover gespielt, in voller Länge, das hat gedauert. Die Interpreten betraten lässig und ohne Showeffekt die Bühne und begannen ihren Set mit ‚Look At You‘. Die „Menge“ blieb relativ gelassen angesichts des Hammersongs und es war auch keine von Spannung zermürbtes freilassen der Begeisterung zu spüren. Nach 2 weiteren Songs dachte ich wirklich: „Das kann doch jetzt hier nicht wahr sein!“ Die Babies spielen und die ZUSCHAUER machen genau das: sie schauen zu. Eine kleine Menge vorne rechts schien sich noch etwas zu bewegen. Also: noch ’n Spaßbeschleuniger geholt und hin da. In der 3 – 6 Reihe ging es dann auch ganz schön los. Irgendwann witzelte Nicke darüber, daß jetzt, zur Mitte der Show, er doch total begeistert sei von Berlin. ‚Zur Mitte der Show‘??? Ist doch noch früh!

Die Jungs gingen ganz gut ab, wirkten aber etwas gekünstelt. Weiß nicht, wie ich es anders beschreiben sollte. So richtig free and easy war das nicht. Dann sah ich die erste Reihe, wie sie da standen und nur schauten, keine Bewegung. Der eine beschützte seine Freundin (wovor eigentlich) und ein weiterer schien sich zu langweilen. Und das alles direkt vor den Augen der Babies? Nein, das darf nicht sein. Also mal n bisserl Rambazamba gemacht und die erste Reihe ‚erstürmt‘ (Mein Gott, was sind das für Zeiten, in denen man es sich aussuchen kann, ob man nach vorne geht oder nicht). Paule hat n rumgemotzt und Kalle hatte auf einmal Pippi in den Augen, weil sich jemand neben ihm bewegte und nicht in Leichenstarre verfiel. Fuck! Berlin, whassup???

Den Rest der Show verbrachte ich mit permanentem Springen und mitsingen. Im Ganzen haben die echt die ersten 7 Songs der neuen Scheibe gespielt, verdammt hoher Anteil am Set und nicht mehr als 3 von „Total 13“. Schade.

Dann war der reguläre Set beendet. Selbstverständlich gabs die Zugaben. *haha* „Jetzt gehts los…“ Jetzt kommen die ganzen Kracher. Man begann mit „People Like People“. Cooler Song, geil. Danach folgte dann schon der Smash-Hit „Minus Celsius“. Ein Brüller,wie er im Buche steht. Richtig fett. Geil. Was mag noch alles folgen? Mir fielen noch zig Pflichtsongs ein. Also nach 2 Songs dann wieder Verabschiedung und von-der-Bühne-gehen. „Wie cool!“, dachte ich mir, jetzt machen die noch n richtig langen Zugabeteil. Leider war dem nicht so. Mucke aus der Konserve ging an, das Hallenlicht wurde eingeschaltet und die Roadies schalteten die Verstärker aus.

„Wie jetzt???“

Jep, das wars. Endegelende. Spielzeit war so um die 60/70 Minuten. Ist das Rock?

Die zweite Hälfte des Sets war intensiv und schön, aber die VIEL zu kurze Spielzeit und das langweilige Publikum hinterlassen einen faden Nachgeschmack. Bei skandinavischen Rotz’n’Rollern darf man normalerweise mehr erwarten!

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